27. August 2011

Konferenz Der SP Frauen Schweiz

Von Julia Gerber Rüegg, Co-Präsidentin SP Frauen Schweiz und Präsidentin Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich, GBKZ

In der Industrie verdienen Frauen 27 Prozent weniger als ihre Kollegen. In den Teppichetagen dürfte der Unterschied noch krasser ausfallen, so es denn dort überhaupt Frauen gibt. Der Grundsatz „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit am gleichen Ort“ wird auch nach 30 Jahren Lohngleichheitsartikel noch immer in der ganzen Schweiz verletzt. Die Lohngleichheit von Frau und Mann ist aber der Hebel schlechthin für die Gleichstellung Geschlechter in Gesellschaft und Beruf.

Lohndiskriminierung verschwindet nicht von selbst.
Am 14. Juni forderten die Frauen in der Schweiz die Lohngleichheit einmal mehr lautstark ein und hinterlegten in den Parlamenten Vorstösse, welche Lohntransparenz und die Überprüfung der Lohngleichheit in den Unternehmen verlangen. Denn soviel ist in den letzten Jahrzehnten klar geworden: Lohndiskriminierung verschwindet nicht von selbst.

Währungskrise betrifft Frauen stärker als Männer.
Seither hat sich die Wirtschaftslage verändert: Der Franken ist allein in den letzten Monaten gegenüber Euro und Dollar um über 20 Prozent stärker geworden. Den Preis bezahlen die Exportwirtschaft, die Tourismusbranche und die Arbeitnehmenden in den entsprechenden Sektoren. Gleichzeitig werden die Währungsgewinne auf Importgüter, die für dieses Jahr auf 20 Milliarden geschätzt werden, den KonsumentInnen und den belieferten Betrieben nicht weiter gegeben. Den fetten Gewinn, hinter dem im Übrigen keine Wertschöpfung steht, stecken sich die verschiedenen Lieferantinnen, Importeure und Spekulierende lieber selber ein. Sie schneiden sich damit ins eigene Fleisch, weil die hohen Preise bei gleich bleibenden Löhnen die Nachfrage schwächen. Weniger einkaufen werden vor allem die Frauen, deren Lohntüten systematisch nur zu Dreivierteln gefüllt sind.

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Julia Gerber Rüegg a

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