Rede zum 1. August 2011 in Mönchaltorf
Schaffen wir die Heimat neu!
Herzlichen Dank für die Einladung, an der 1. Augustfeier in Ihrem schönen Dorf eine Rede zu halten. Bevor ich meine Rede halte, haben Sie das Recht, zu wissen, wer vor Ihnen steht und, welche Interessen ich vertrete. Ich bin Mitglied der Geschäftsleitung der SP Schweiz und ich bin Co-Präsidentin der SP Frauen Schweiz, also bekennende Feministin. Ich bin
aber auch Präsidentin des Zürcher Gewerkschaftsbundes, und vertrete damit die Interessen von 11 Zürcher Gewerkschaften mit gegen 50'000 Mitgliedern. Diese Interessen, aber nicht nur diese, vertrete ich seit 1994 Montag für Montag als SP-Kantonsrätin im Zürcher Ratshaus.
Sie haben also eine Politikerin eingeladen, eine SP-Kantonsrätin und zudem eine Nationalratskandidatin. Ziemt sich das überhaupt?
Letzte Woche wurde in der Zeitung die Frage aufgeworfen, ob es richtig sei, dass Felix Gutzwiller am Bürkliplatz zum 1. August reden darf? Felix Gutzwiller ist Ständerat und FDP-Ständeratskandidat. Meine Meinung: Ja, er darf! Ja, es gehört sich sogar so!
Was ist die Willensnation Schweiz, die wir heute feiern, anderes als das Ergebnis von Politik. Was sind Politikerinnen und Politiker anderes als wichtige Instrumente unserer Demokratie? Wer prägt die Schweiz als Staat so, wie er heute ist? Die von Ihnen gewählten Politikerinnen und Politiker im ganzen Land, in der Gemeinde, im Kanton und beim Bund. Oder anders gesagt, Politikerinnen und Politiker tragen wesentliche Verantwortung für die Schweiz, wie sie sich heute präsentiert: reich, friedlich, aber nicht ohne Armut und Ausgrenzung und – allem Reichtum zum Trotz –nicht ohne wirtschaftliche Probleme in einem unruhigen Europa in einer unberechenbaren globalisierten Welt. Und wem, wenn nicht Ihnen, sind Politikerinnen und Politiker Rechenschaft schuldig?
Alle die hier sitzen und einen roten Pass ihr Eigen nennen, Sie haben uns mit Ihrer Wahl beauftragt dieses Land im Sinne der Verfassung zu gestalten. Felix Gutzwiller und ich, wir dürfen also nicht nur reden, wir müssen auch zu Ihnen reden und mit Ihnen reden. Immer wieder, aber ganz besonders jeweils am 1. August.
Und wir sollten nicht schönreden. Wir alle, Sie und ich, wir sollten uns nichts vormachen, ... weiter >> |