Medienkonferenz vom 13. September 2011 - Gewerkschaftsbund Zürich

Fair Play statt ausländerfeindliche Hetze

Von Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des GBKZ

„Die Zukunft gehört der Gewaltlosigkeit und der Versöhnung“ schreibt der 94jährige französische Widerstandskämpfer und Diplomat Stéphane Hessel. Er war Mitautor der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, welche am 10. Dezember 1948 in Paris von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Kernaussage der Erklärung ist: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten.“

In der Schweiz leben und arbeiten konservativ geschätzt 100'000 Menschen ohne Papiere – Sans Papiers – ohne Würde und ohne Rechte. Sie sind die Sklaven des 21. Jahrhunderts. Hier bei uns, mitten unter uns. Für sie setzen wir uns ein, aber auch für alle anderen Ausländerinnen und Ausländer, die zunehmend Zielscheibe fremdenfeindlicher Kampagnen werden.

2009 waren in der Schweiz 1,8 Millionen Personen ohne Schweizer Pass angemeldet. Sie arbeiten auf Banken und an Hochschulen, putzen Operationssäle und Wohnungen, betreuen unsere Eltern und Grosseltern. Sie bauen unsere Strassen und Eisenbahntunnels, stellen die beliebte Schweizer Schoggi her und „tschutten“ die Schweiz an die Fussball-WM. Ohne sie wäre die Schweiz nicht, was sie heute ist. Sie sind zwar besser dran als die Sans-Papiers, aber auch immer wieder Opfer von diffamierenden Kampagnen von rechts.
Rechtspopulisten und rassistische Ideologen heizen nach dem Erfolg der SVP - Minarett- und Ausschaffungsinitiativen die Stimmung gegen alles Fremde kräftig an. SVP, Schweizer Demokraten und ECOPOP kreieren mit ihren drei fremdenfeindlichen Initiativen eine Atmosphäre der Bedrohung. „Ausländer“ sind an allem Schuld, an den verstopften Strassen, am Mangel an bezahlbarem Wohnraum, an der Arbeitslosigkeit und dem steigenden Energiebedarf. Verallgemeinernd und verabsolutierend werden alle „Ausländer“ für den Missbrauch an unseren Sozialwerken und für das Rasertum auf unseren Strassen verantwortlich gemacht. Diese kollektive und völlig verfehlte Schuldzuweisung schafft Sündenböcke, lenkt von den wahren Problemen ab, legitimiert die Aggression gegen alles Fremde und dient der Rechtfertigung von Privilegien nur für Schweizerinnen und Schweizer. Gezielt wird eine Grenze zwischen „Wir“ und „den anderen“ gezogen. Die „anderen“ sind dann auch gleich diejenigen, die kein Stimm- und Wahlrecht haben, diejenigen, die sich nicht für ihre Rechte wehren können. Das ist Rassismus und ein Verstoss gegen die Würde des Menschen!

Mit dem Lauf gegen Rassismus wehren wir uns gegen die zunehmende Fremdenfeindlichkeit. Wir fordern die Achtung der Menschenrechte für alle Menschen in der Schweiz und auf der ganzen Welt.
Wir rennen für die Freiheit und die Würde der Menschen und wir fordern: Fair Play statt ausländerfeindliche Hetze!

Rennen Sie mit, oder sponsern Sie Läuferinnen und Läufer. Der Erlös dieser vom Gewerkschaftsbund Zürich und dem SAH Zürich getragenen Aktion kommt der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, dem Impuls-Treffpunkt Zürich, der Freiplatzaktion und der Organisation sos rassismus deutschschweiz zugute. (PDF >>)

Julia Gerber Rüegg a

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Ein kleines Musik-Video zum Thema "Fremde/Freunde"

Für alle
statt nur für
wenige!