05. Oktober 2011 - Oerlikon

Podium im Gehörlosenzentrum in Zürich

Podien: eine lohnende Sache!
Bringen Podien überhaupt etwas? Ja! Mir, oft unterwegs als Vertreterin einer Meinung, bringen sie sehr viel. Das beginnt schon mit der Vorbereitung. Recherchieren, sich einlesen, reflektieren, die Haltung der übrigen Podiumsteilnehmenden zu Thema eruieren und einschätzen. Dann die Begegnungen an der Veranstaltung selber. Manchmal hat es viel Publikum, manchmal auch nur ganz wenige ZuhörerInnen. Aber die Zahl der anwesenden Menschen spielt eigentlich keine Rolle. Alle die da kommen, geben einen wertvollen Abend in ihrem Leben, um sich zu einem bestimmten Thema ein Bild zu machen, indem sie mit den ExponentInnen direkt in Kontakt treten. Das ist doch wunderbar! Auch wenn es mit Blick auf die Wahlen wichtig ist, möglichst viele WählerInnen persönlich zu treffen, so kann man doch auch sagen, je weniger Publikum um so intensiver die Begegnung um so nachhaltiger die Wirkung. Und wenn dann die Presse noch berichtet darüber, dann erfahren auch viele davon, die nicht dabei sein konnten. Es lebe die Podiumstradition!

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Gleichstellung der Menschen mit Hörbehinderung ist ein must im 21. Jahrhundert
Viel und sehr interessiertes Publikum habe ich getroffen an einer Veranstaltung des Vereins "sichtbar" der Gehörlosen Zürich zu Frage "Was geschieht mit den Gehörlosen in Bern?" Hörbehinderung, ein Thema mit dem ich mich schon lange nicht mehr auseinandergesetzt habe. Der glückliche Zufall wollte es, dass der Zürcher Kantonsrat am 3. Oktober, also unmittelbar vor der Veranstaltung, die Motion 200/10 "Förderung der Gebärdensprache" sowie Postulat 204/10 "Früher Zugang zur Gebärdensprache" von Esther Hildebrand und Thea Mauchle diskutiert und leider verworfen hat. Und was habe ich gelernt? Dass die Vorschläge der Gehörlosen nicht immer nicht mit der gebührenden Ernsthaftigkeit geprüft werden. Dabei ist offensichtlich, dass sie bei der Entfaltung ihres beruflichen Potentials massiv behindert werden, solange ihre "Muttersprache", die Gebärdensprache in unserer Gesellschaft nicht als eigenständige Sprache anerkannt wird. Verfassung und Gesetz verbieten heute solche Benachteiligungen. Ich habe mit dieser Veranstaltung gelernt, dass Gebärdensprache nicht ein Art "Krücke" zur Verständigung ist, sondern eine Muttersprache. Als solche soll die Gebärdensprache endlich anerkannt werden.

Julia Gerber Rüegg a

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