15.05.12: Medienkonferenz
„Nein zur Mogelpackung „Freie Schulwahl“ Zürich, Restaurant Certo



Für eine starke Volksschule!
Nein zur freien Schulwahl!

Freie Schulwahl, eine sympathische Sache. Ist doch klar, dass ich als Vater, als Mutter nur das Beste will für mein Kind. Ich suche also die beste Schule für mein Kind. Die beste Schule? Wie muss denn diese beste Schule sein? Ist es diejenige Schule, die meinem Traum einer freien Pädagogik entspricht? Oder ist es diejenige Schule, die am meisten Kinder ins Gymnasium bringt? Oder ist es mir wichtig, dass die Schule für mein Kind an meinem Arbeitsweg liegt? Will ich eine strenge Schule oder eine freie Schule für mein Kind?

Ob Eltern bei der Wahl der Kriterien, was die beste Schule sei für ihr Kind, auch wirklich die Interessen ihres Kindes im Auge haben und nicht viel mehr ihre eigenen Wünsche und Projektionen ins Zentrum stellen, möchte ich offen lassen. Klar aber ist: Eltern, die sich mit dieser schwierigen Frage vertieft auseinandersetzen – auseinandersetzen können – sind nicht einfache Hilfsarbeiter, ungelernte Arbeiterinnen oder zugewanderte Menschen, die hier zwar hart arbeiten, aber kaum des Deutschen mächtig sind. Das sind Menschen, die Kompetenzen und Zeit haben, Schulberichte zu studieren, Internet-Recherchen durchzuführen, Prospekte kritisch zu lesen und sich mit anderen Eltern austauschen. Sie werden das Angebot finden, das ihren Vorstellungen für ihr Kind entspricht. Sie werden sich für eine öffentliche oder private Schule entscheiden, wo sie andere Eltern mit ähnlichen Präferenzen finden. Man ist unter sich und fühlt sich wohl und sicher.

Weniger gebildete Eltern oder Eltern aus anderen Ländern und Kulturen, die bei uns diese Arbeiten erledigen, die kein Schweizer und keine Schweizerin mehr machen will, werden sich in an den Elternabenden der Schule, wo ihrer Kinder eingeschult wurden, ebenfalls unter ihresgleichen wieder finden. Diese Schule ist die öffentliche Restschule, in denen alle diejenigen Kinder ihre obligatorische Schulzeit verbringen, für die niemand die beste Schule sucht. Dieser Schule mit sehr hohen Bildungsanforderungen aber fehlt das nötige Geld, das in die privaten Schulen fliesst.

Mit der freien Schulwahl würde die Verbesserung der Chancengleichheit, eine Errungenschaft der Volksschule dahin fallen. Die Volksschule ist die einzige Institution, die für alle Kinder gleiche Bedingungen schafft. Fällt die Volksschule auseinander, fällt auch unsere Gesellschaft auseinander.

Die freie Schulwahl führt zur Homogenisierung der Schule bezüglich Leistung und Herkunft der Kinder. Auch der Lehrkörper dürfte an Vielfalt einbüssen. Die anregende Heterogenität und damit auch eine gewisse Lebensnähe fehlen.

Ganz anders die Volksschule. In der Schule wird nicht nur lesen, schreiben und rechnen gelernt. Nein hier entsteht Gesellschaft. Mehr denn je bildet die Volksschule eine wichtige Klammer in einer globalisierten und stark individualisierten Welt. Die Volksschulzeit ist die einzige Zeit in unserem Leben, in der wir wirklich allen Schichten und Kulturen begegnen, ob arm oder reich. Hier wird zusammen gelebt, das Streiten geübt, Versöhnung gesucht, Verantwortung verteilt, werden Lösungen ausgehandelt, es muss geteilt werden und ohne Rücksicht geht es nicht. Im öffentlichen Interesse wird Gemeinschaft gelernt. Deshalb ist eine Schule für alle, eine Volksschule eben, eine öffentliche Aufgabe. Die Volksschule, nur sie, kann diese unvergleichliche Integrationskraft entwickeln. Die freie Schulwahl würde genau diese entscheidende Leistung untergraben.

Es gibt viele wichtige Argumente gegen die Einführung der freien Schulwahl, wie etwa die Finanzierung von privaten Einrichtungen mit Steuergeldern ohne, dass die demokratische Mitsprache gewährleistet ist. Oder der umweltbelastende, unsinnige Schultourismus. Für mich das zentrale Argument für eine starke Volksschule, ist die grossartige Integrationskraft unserer Volksschule! Deshalb sage ich als Mutter, Politikerin und als Gewerkschafterin Nein zur Volksinitiative „Freie Schulwahl“.

15.5.2012/ Julia Gerber Rüegg | Link zur Homepage >>

Julia Gerber Rüegg a

RUECKBLICK I

VORSCHAU

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09.05.2012 - GV des Vereins JA zum Seeuferweg

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07.05.2012 - GV der Frauenzentrale - Referat

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01.05.12 - Artikel in der PS-Mai-eilage "Holen wir uns zurück, was uns gehört!" >>

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01.05.2012 - 1.-Mai-Feier

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19.04.2012 - DV des Gewerkschaftsbundes
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01.06.12/20 Uhr - Podium "Krippenplätze" in Wettswil
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12.06.12/19 Uhr - DV der SP Kanton Zürich in Horgen
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19.06.2012 - Denkbar - SP Alter und JUSO diskutieren das Thema "Gleichstellung"

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23.06.2012 - Tagung der Robert-Grimm-Gesellschaft
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02.07.12 - Ausserordentliche GV des Vereins JA zum Seeuferweg



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